Merle Zucht

Merle Zucht

 

Prager Rattler in Merle werden von den Vereinen, die Mitglieder des United kennel Clubs International sind, anerkannt und dürfen zur Zucht eingesetzt werden. UCI e.V. ist ein international tätiger Dachverband für nationale Hundezuchtverbände, der 1976 gegründet wurde. Zur Zeit sind Vereine aus 11 Nationen Mitglieder der UCI.

 

 

Prof. Dr. Wilhelm Wegner der als Genetiker am Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung in Hannover tätig ist erläuterte, dass sich hinter dem Begriff "Merle" eine Kombination aus den Wörtern "Marbled" und "Marled" (marmoriert, gemustert, fleckig oder gesprenkelt) verbirgt.

 

Merle ist keine neue "Farbe". Es handelt sich um eine Genveränderung im SILV-Gen, welche seit enormer Zeit bei vielen Hunderassen, anderen Säugetieren wie Tigern und Pferden und sogar bei Nagern vorkommt. Merle gezeichnete Hunde gab es bereits vor mehr als hundert Jahren in Deutschland, ua. die Pinscher.

 

Das Muster das durch die Genveränderung erzeugt wird, zeigt sich als Depigmentierung und irreguläre Pigmentverteilung in Haar, Haut und Auge, also zufällige, zerrissene, aufgehellte Stellen, die über den ganzen Köper verteilt sind. Die Genveränderung führt bei einem black & tan Hund zu einer Aufellung der Grundfarbe in Silber- oder Schiefergrauton. Umgangssprachlich wird diese Zeichnung gerne als blue-merle genannt.

 


 

Die Genveränderung hat auch Einfluss auf die Augenfarbe, somit können die Augen blau oder sogar jeweils in unterschiedlichen Farben sein. Entgegen der Annahme der Merlegegner in Deutschland, haben heterozygote Tiere in Merle mit niedrigem Aufhellungsgrad ( < 50 %)  und blauen Augen, keine Nachteile im Vergleich zu ihren dunkeläugigen Artgenossen.

 

Für die Zucht ist entscheidend, dass nur heterozygote (Mm) und nonmerle (mm) Tiere miteinander verpaart werden um evntl. gesundheitliche Beeinträchtigungen der Nachkommen auszuschließen. Denn NUR homozygote, hauptsächlich weiß gefärbte Tiere (MM-Double Merle), sowie Tiere mit einem Aufellungsgrad von mehr als 50 % können Fehlbildungen der Innenohren, Augen, sowie Anomalien des Reproduktionstraktes, des Skeletts und Herzens aufweisen. (Link- Biofocus)

 

Für mich als Züchter ist somit das frühzeitige Wissen um die genetische Veranlagung meiner Tiere von besonderer Bedeutung. Deshalb kommen grundsätzlich DNA-Tests zum Einsatz, diese geben eine eindeutige Auskunft über das Vorliegen der Mutation. Unsere Gentests sind ebenfalls im Blog zu finden. Meine Zuchthunde werden zusätzlich vor dem Zuchteinsatz audiometrisch und ophthalmologisch untersucht, um Augen oder Hörprobleme auszuschließen. Ebenfalls wird das Herz untersucht und ein großes Blutbild gemacht.

 

Merle-Zeichnung ist eine schöne Bereicherung für die Rasse Prager Rattler. Durch verantwortungsbewusstes züchterisches Handeln, möchte ich diese Hunderasse, sowie diese besondere Färbung erhalten und den zukünftigen Hundehaltern eine Freude bereiten. Meine Merle-Nachzuchten werden nur an Liebhaber und nicht zur Zuchtzwecken vermittelt. Die Merle-Rüden stehen ausschließlich getesteten und ausgewählten Hündinnen, befreundeter eingetragener Züchter zur Verfügung.

 

Bei Merlezucht ohne umfangreiche Kenntnisse in der Farbgenetik zu besitzen und ohne DNA-Tests durchzuführen, nimmt man das Risiko Züchtung homozygoter Welpen in Kauf. Nach § 11b des Tierschutzgesetzes gilt homozygote Ausprägung des Merlefaktors als Qualzucht. Ein verantwortungsvoller Züchter wird keinen Hund aus einer Merle-Verpaarung mit einem x-beliebigen Hund verpaaren, ohne seine genetische Veranlagung vorher genaustens erforscht zu haben.

 

Verlangen Sie grundsätzlich vor dem Kauf eines Merle - Welpen Gentests der Eltern zur Einsicht und Kontrolle. Es könnte sich im schlimmsten Fall um einen homozygoten Hund handeln, bei dem recht schnell Behinderungen und gesundheitliche Probleme diagnostiziert werden.

 

-Homozygot:  Reinerbig   (Link: Begriffserklärung Quelle Wikipedia)

-Heterozygot: Mischerbig (Link: Begriffserklärung Quelle Wikipedia)